| Baudokumentation | ||||||||||||||||||||||||||||
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| Hier werde ich den Bau des neuen Dioramas dokumentieren, so daß Du die Entstehung praktisch live mitverfolgen kannst. Ich beschreibe dabei nur meine Vorgehensweise, es gibt sicher andere Wege und andere Meinungen und wenn diese mir bekannt sind, werde ich auch dazu etwas schreiben. Auch nehme ich gerne Anregungen und Tipps von Euch hier auf. Aber genug geschrieben, los geht's mit Schritt 1, der Planung. | ||||||||||||||||||||||||||||
| 1. Schritt: Planung erstellen | ||||||||||||||||||||||||||||
| Als erstes sollte man überlegen, was man darstellen will, welche Modelle man hierzu ver-wenden will und wieviel Platz das Diorama benötigen wird. Ich habe erst die Modelle gebaut und als ich hatte was der Markt hergab, habe ich diese auf dem Fußboden verteilt und ver-sucht eine erste Struktur zu bekommen. Als das geschehen war, habe ich die Umrisse nach-gemessen um zu sehen, welche Maße daß Diorama haben wird. Dabei sollte man beachten, daß die Gebäude nicht direkt am Rand stehen, ein paar Zentimeter Platz sollte schon da-zwischen sein. Sonst wirkt das Diorama zu abgeschnitten. Die Planung sollte jedoch auch nicht zu starr sein, da die Wirkung von Details erst während des Bauens herauskommen kann. Die Planung die ich umsetzten will ist in dem Bild rechts dargestellt. Und wenn man gar nicht weiß was man wie bauen soll, holt man sich Anregungen beim Vorbild. (Danke an Labschi aus dem Modellbauforum für den Link!) Weiterhin wäre noch denkbar ein kleiner Sportplatz, Bahnverladeanlage, Heliport, etc. | ![]() |
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| 2. Schritt: Überlegungen zum Rahmen | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
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Vor der Erstellung sollte man noch überlegen, ob das Diorama permanent stehen bleiben kann, oder ob ein häufiger Transport stattfinden wird, z.B. um es auf Ausstellungen zu zeigen, ob man es aus Platzgründen häufig auf- und abbauen muß oder welche Gründe es hierfür auch immer geben mag. Es erklärt sich von selbst, daß ein Rahmen umso stabiler sein sollte, je häufiger er bewegt wird. Ebenso sollte man bei häufigeren Transport den Rahmen in mehrere Module unterteilen. In meinem Fall wird das Diorama aus 2 Modulen in der Größe 120 x 65 cm bestehen. In der Größe passen die beiden Rahmen auch auf die Rückbank eines Autos und lassen sich leicht transportieren, auch das Gewicht ist so noch akzeptabel. | |||||||||||||||||||||||||||
| 3. Schritt: Rahmen erstellen | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
| Ab einer gewissen Größe kann man noch überlegen, ob man innerhalb des Rahmen Querver-strebungen zur Stabilisierung macht (sogenannte Rahmenbauweise). Ich habe darauf verzichtet. Als obere Platte sollte man ein möglichst verzugfestes Holz nehmen, hier wurde 10 mm Pappel-sperrholz verwendet. Die gab es im Baumarkt sogar fertig zugeschnitten im Regal (120 x 65 cm kosteten 9,99 €). Andere Größen schneiden die Baumärkte auf Wunsch zu. Bei der Höhe des Rahmens sollte man nicht zu geizig sein. Hier wird später auch die Verkabelung untergebracht werden. Die Kaserne soll voll beleuchtet sein. Ich habe 10 cm breites Holz verwendet, es sollte ruhig etwas breiter sein (14 mm), damit es beim verschrauben nicht ausfranst. Die Ecken sollte man unbedingt mit Winkelstücken verstärken, um die Festigkeit zu erhöhen. | ![]() |
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| Ist der Rahmen verschraubt, kann die Grundplatte anschließend grundiert werden. Ich habe hierzu Betonfarbe von HEKI (Artikel-Nr. 25-6600, kostet 6 €) benutzt. Der Vorteil dieser Farbe ist, daß er die Struktur von Beton gut abbildet und man sofort die richtige Farbe für die Straßen und Flächen hat, vorausgesetzt man möchte einen Betonuntergrund haben ;-) Die Farbe sollte man mit einer kleinen Rolle glattwalzen, da man sonst zu stark Pinselstrukturen in der Farbe erkennt. | ||||||||||||||||||||||||||||
| 4. Schritt: Detaillierte Planung und Stellprobe | ||||||||||||||||||||||||||||
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Diesen Schritt könnte man zusammen mit Schritt 1 erledigen. Ich habe allerdings erst den Rahmen erstellt und direkt auf der Platte die Detailplanung gemacht. Das hat den Vorteil, daß man auf dem Diorama gleich Markierungen machen kann und nicht erst von einem Plan übertragen werden muß. Hier geht es hauptsächlich darum, die richtigen Abstände zu finden. Ist die Straße noch breit genug für 2 sich entgegenkommende LKW? Wie breit sollen die Bürgersteige werden? Welcher Platz wird für Parkplätze benötigt? Wird der große Platz zu eng durch die ihn umrundenden Gebäude und Bäume? usw. | |||||||||||||||||||||||||||
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| Man sollte sich nur eine Faustregel merken: Je mehr Details, desto besser. Ist erstmal alles verklebt ist es für grössere Korrekturen wohl meistens zu spät. Je detaillierter man hier ist, desto besser ist, hoffentlich, einmal das Ergebnis. Und außerdem soll es ja hauptsächlich Spaß machen, also nehmt euch ruhig Zeit und probiert verschiedene Perspektiven aus. Auf der Diorama-Seite findet ihr noch ein paar weitere Bilder aus dieser Phase. | ||||||||||||||||||||||||||||
| 5. Schritt: Straßenbau und Bürgersteige | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
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Zum Bau der Bürgersteige und der Kopfsteinpflasterstrasse vor der Kaserne verwende ich Gipsgießformen von Werkstatt Spörle. Ich habe mir mal den Straßenbausatz Art.-Nr. 2001 gekauft. Der Preis von 62 € für 5 verschiedene Formen (Gerade und Kurven-elemente, Bürgersteige, Einfahrten) erscheint auf dem ersten Blick recht hoch, da man jedoch unendlich viele Elemente gießen kann, relativiert sich der Preis dann schnell in den Cent Bereich. Man benötigt noch Netzmittel, z.B. von Lukas (3,25 €). Dieses verdünnt man mit etwas Wasser (1:2) und pinselt man die damit Formen dünn ein, damit sich der Gips besser löst und die feinen Strukturen noch besser herauskommen. Es sollte aber keine Flüssigkeit in der Form stehen, sonst umdrehen und ein paarmal auf die Form schlagen. Dazu einen Gipsbecher (im Baumarkt 1 €), Pinsel, alter Löffel, Gipsmodellier-werkzeug, einige Acrylfarben (von Lukas je 2,40 €) oder Wasserfarben. | |||||||||||||||||||||||||||
| Eine ausführliche Anleitung liefert Werkstatt Spörle aber auch mit. Ansonsten dürfte es kein Geheimnis sein, Gips und Wasser im Verhältnis 3:1 zu mischen. Der Gips sollte nicht zu alt sein, da er Luftfeuchtigkeit aufnimmt und dann nicht mehr so gut bindet. In eine große Gießform gehen etwa 5-6 Löcher rein, also lieber etwas weniger und dafür öfter Gips anmischen. Den Gipsbecher dann in einem Eimer mit Wasser saubermachen, NICHT im Waschbecken, sonst freut sich Dein Klemptner! Beim gießen noch darauf achten, daß man den Gips immer auf die Gießfläche träufelt. Wenn er dann verläuft, verhindert dies Luftbläschen. Nach ein paar Minuten mit einem Lineal, Spachtel oder ähnliches die Form abziehen, damit man eine glatte Auflagefläche hat. Nach ca. 20 Minuten kann man dann den Gips entnehmen, dazu die Form umdrehen und die Ränder leicht anheben, dann vorsichtig rausdrücken. Nicht rauspellen, sonst kann die Gießform einreissen. | ||||||||||||||||||||||||||||
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| Wenn der Gips in der Form nach einigen Minuten angetrocknet ist, legt man die Platten zur Probe nochmal aneinander. Der Gips lässt sich noch leicht bearbeiten, sodaß man einfach überflüssige Teile markieren und abschneiden kann. Ich nehme dazu ein Lineal und ein Bastelmesser. Mit vorsichtigen Schnitten arbeiten, bei zu festem Druck brichti die Platte durch. Wenn alles angepasst ist, kann die Platte mit Weißleim angeklebt werden. Es bleiben ein paar Fugen und Kanten offen. Diese macht man mittels Gipsmodelierwerkzeug und wenig Gips zu. Nicht zu viel Gips nehmen, sonst geht die Struktur verloren oder die Bordsteinkante tritt nicht mehr deutlich hervor. Dünne Fugen werden später beim Bemalen durch die Farbe verschlossen. Der Gips ist nach 1-2 Tagen ganz durchgetrockent und ändert die Farbe von leichtgrau nach schneeweiß. | ||||||||||||||||||||||||||||
| 6. Schritt: Gebäudeunterbau | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
| Sind die Gipsarbeiten abgeschlossen, folgt anschließend eine Höhenanpassung der Flächen, die nicht als Verkehrswege dienen sollen. Die Bürgersteige sind 3 mm hoch, folglich benötigt man Material in der gleichen Stärke. Ich habe hier ein paar Latten Balsaholz benutzt. Das ist relativ stabil (z.B. im Gegensatz zu Styroporplatten), lässt sich sehr leicht mit einem Bastel-messer bearbeiten und ist dazu noch leicht (anstatt z.B. die Flächen auch mit Gips auszu-giessen). Damit sich das Holz später nicht wellt, die Unterfläche kräftig mit Leim einstreichen und ein paar Minuten mit etwas Schwerem belasten, damit die Platte richtig festklebt. Besonders auf die Fugen und Kanten achten, die drehen sich besonders gerne nach oben. | ![]() |
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Die Übergänge und offenen Fugen habe ich dann noch mit Gips verschlossen. Anschließend kann schon mit dem Anbringen von Beleuchtung begonnen werden. Wichtig ist halt nur eine glatte und gerade Standfläche für die Gebäude zu haben.
Bevor man mit der farblichen Gestaltung beginnt, sollte man sich bei der Farbe fragen, ob man eine fertig gemischte nimmt oder selber zusammenmischt. Bei letzterem sollte man erst alle Gipsarbeiten abschliessen, da man es wohl nur schwer schaffen wird, zweimal die gleiche Farbe zusammen zu mischen. |
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| 7. Schritt: Beleuchtung | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
| Ich bin zugegebener Maßen kein Elektrikexperte, von daher beschreibe ich nur kurz, wie ich, als Anfänger, das Diorama verkabelt habe. Immerhin leuchtet alles wie gewünscht ;-) Für die Peitschenlampen bohrt man ein Loch von 6 mm für den Steckfuß, für die Mikro-leuchten (Gebäudebeleuchtung) reichen auch 4 mm. Unter der Platte befinden sich Verteilerplatten, an diese sind die gelben und brauen Kabel angeschlossen. Das ganze Diorama ist letzlich an einem Kabel angeschlossen, daß bei Bedarf durch ein Seitenloch an einem Trafo angeschlossen werden kann. Zur Verbindung habe ich Stecker von Brawa benutzt. Es gibt bestimmt billigere Lösungen, aber das ist am einfachsten. | ||||||||||||||||||||||||||||
| 8. Schritt: Begrünung | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
| Da es sich hier ausschließlich um ebenes Gelände handelt, wurde hauptsächlich eine Gras-matte von Busch verwendet und die entsprechenden Flächen wurden ausgeschnitten. Dafür wurde vorab eine Papierschablone ausgeschnitten und diese Form Spiegelverkehrt auf die Grasmatte aufgelegt und ausgeschnitten. Verklebt wurde das Rasenstück mit Weißleim bzw. UHU. Wie auf dem Bild zu sehen, ist es ab und zu notwendig, Rasen, z.B. für einen Weg, herauszutrennen. Dazu trägt man mit einem Pinsel oder Finger etwas lau-warmes Wasser auf die Stelle. Nach einer halben Minute lässt sich der Rasen mit einem Spachtel einfach abheben. Nicht zuviel Wasser verwenden, sonst wird die Matte sehr | ||||||||||||||||||||||||||||
| wellig. Für kleine Grasflächen kann man auch Streufaser benutzen, z.B. für Grasbüschel an der Außenmauer. Ich nutze hierfür Mikrograsfaser von Heki. Die Grasmatte kann noch etwas aufgepeppt werden, z.B. mit Blumenstreu oder Heki-Flor. | ||||||||||||||||||||||||||||
| 9. Schritt: Details | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
| Eins vorab: Die kleinsten Dinge sind am teuersten (z.B. Figuren), am aufwendigsten und brauchen am meisten Zeit. Dafür entwickeln sie aber auch die größte Wirkung und sind daher eigentlich unverzichtbar. Hier sind z.B. Nummernschilder zu nennen, bei Militär Fahrzeugen natürlich auch Truppenabzeichen, eiserne Kreuze bei Kampffahrzeugen, etc. Dazu gehören aber auch Nummernschilder, Straßenmarkierungen, farblich abgesetzte Bordsteinkanten, Decals von Warn-, Hinweis-, Reklame, oder Hoheitsschilder. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Nicht zuletzt unterscheidet sich das Miniatur-Wunderland in Hamburg von anderen Anlagen, da hier sehr viel Wert auf Details gelegt wurde. | ||||||||||||||||||||||||||||
| 10. Schritt: Hintergrund | | top | | |||||||||||||||||||||||||||
| Ein Hintergrund wird vielleicht von einigen als überflüssig angesehen, da er ja anscheinend nicht primär zum Diorama gehört. Will man jedoch Bilder vom Diorama machen, kann ein falscher Hintergrund den ganzen Eindruck vermiesen. Hier gibt es wieder zwei Möglich-keiten. Entweder man kauft sich einen fertigen Hintergrund oder man macht sich seinen eigenen. Auf jeden Fall sollte man den Hintergrund auf einer separaten Holzplatte anbringen, dann kann man ihn flexibel an allen Seiten einsetzen. Ich habe den Hintergrund selber gemalt. Für einen Himmel braucht man nur weiße und blaue Farbe. Zum Horizont hin nimmt man eine Linie weiß (oder nur mit einem kleinen Schuß blau mischen) und mischt | ||||||||||||||||||||||||||||
| immer mehr blau dazu und macht so Linie um Linie. Mit einem Spülschwamm verwischt man dann die Übergänge. Mit verschiedenen Olivgrün Tönen kann man noch eine Hügelkette an der Unterkante aufmalen. So bekommt man einen glaubwürdigen Hintergrund hin. | ||||||||||||||||||||||||||||
| Viel Spaß beim Nachbauen! | ||||||||||||||||||||||||||||